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Grundlagen des Schachspiels lernen - Teil 2


Schach
Das Ziel des Schachspiels ist der Angriff auf den König. Man sagt dazu: "Dem König wird Schach geboten". Ein Schachgebot liegt vor, wenn mit einem Zug der gegnerische König bedroht wird, so dass er im nächsten Zug geschlagen werden könnte. 
(siehe hierzu: allgemeine Hinweise zum Drohen und Schlagen) 
Da während des gesamten Schachspiels beide Könige auf dem Brett stehen, muss der im Schach stehende König versuchen, dieses Schachgebot zu "parieren". Es gibt dazu folgende Möglichkeiten:
1. der König zieht auf ein nicht bedrohtes Feld (ein Feld, auf dem er von keiner gegnerischen Figur geschlagen werden kann)
2. gibt beispielsweise ein Turm Schach (oder Läufer, oder Dame) kann es möglich sein, dass eine eigene Figur "dazwischen gezogen" werden kann. Das Schachgebot ist damit pariert, weil nun nicht mehr der Angriff auf den König zielt, sondern auf diese dazwischen stehende Figur.
3. die Schach bietende Figur wird geschlagen.
Es lässt sich nicht sagen, welche dieser Möglichkeiten die beste ist. Das hängt von der jeweiligen Spielsituation ab. Manchmal stehen auch nicht alle Möglichkeiten zur Verfügung. Übrigens: Ein Schachgebot muss umgehend, im nächsten Zug pariert werden!

"Wegziehn, schlagen, setz dazwischen -
so kannst Du dem Schach entwischen."
(Fritz und Fertig 2)

Zwei Hinweise:
* Anders als bei anderen Figuren entfällt die 4. Möglichkeit des Schutzes, nämlich das "Decken". Einen König zu decken, ist Unsinn.
* Besonders stark ist das Doppelschach. Dieses ist eine Form des Abzugsschachs, in der sowohl die wegziehende Figur (z.B. Springer oder Läufer) Schach bieten als auch die im Hintergrund stehende Figur (Läufer, Turm oder Dame). In diesen Fällen kann man zum Parieren weder dazwischen ziehen (da so nur 1 Schach abgewehrt wird) noch schlagen (auch so wird nur 1 Schach bietende Figur entfernt). Im Fall des Doppelschachs gibt es nur die Möglichkeit, mit dem König wegzuziehen. Nicht selten ist ein Doppelschach sogar Matt, wenn der König nicht mehr wegziehen kann.

Matt
Steht keine der oben genannten drei Möglichkeiten zur Verfügung, d.h. hat der König kein unbedrohtes Feld mehr, das er betreten kann ("Fluchtfeld"), kann keine Figur dazwischen gezogen werden und kann die Schach bietende Figur auch nicht geschlagen werden, dann ist der König "Schachmatt". Nach jedem beliebigen Zug kann der König immer noch von mindestens einer Figur geschlagen werden. Bevor dies paassiert, ist das Spiel aber zu Ende. Der König, der aus dem Matt nicht mehr heraus kann, hat das Spiel verloren.

Patt
Hat der König keine Fluchtfelder mehr, dann wächst die Gefahr, dass er Schachmatt gesetzt wird. Anders liegt die Sache allerdings, wenn er zwar kein Fluchtfeld mehr hat, er aber nicht im Schach steht. Dann ist die Partie nämlich patt, vorausgesetzt, der Spieler kann auch sonst keinen gültigen Zug machen.
Besonders groß ist die Gefahr eines Patts natürlich, wenn der Gegner nur noch den König hat. Es kommt aber sehr oft auch vor, dass er außer dem König noch eine Reihe von Bauern hat, deren Weg blockiert ist. Ebenfalls kann es - weit seltener - vorkommen, dass er sogar noch andere Figuren hat. Auch diese dürfen bei einem Patt nicht ziehen können (z.B. aufgrund einer Fesselung). Das Patt ist unangenehm, denn danach ist die Partie Remis = unentschieden, und das oft bei einem großen Figurenvorteil der einen Partei. Grundlegende Voraussetzung für das Patt ist eine Grundregel des Schachs:
Es wird IMMER abwechselnd gezogen. Nach einem Zug von Weiß folgt ein Zug von Schwarz und umgekehrt. Die Möglichkeit, auf seinen Zug zu verzichten, und dass der andere Spieler dadurch zwei Züge nacheinander ausführt, ist nicht vorhanden. Es ist manchmal partie-entscheidend, "im Zugzwang" zu sein, d.h. einen Zug machen zu müssen, obwohl man lieber keinen machen möchte. Beim Patt ist es dagegen sehr vorteilhaft, denn dadurch holt man wenigstens einen halben Punkt.

--> Ich rate Kindern und Jugendlichen dringend davon ab, sich eine zweite oder gar noch eine 3. oder 4. Dame zu holen (Bauernumwandlung): Wer nicht mit 2 Damen mattsetzen kann, kann es auch mit 3en oder 4en nicht. Mit jeder Dame wächst die Pattgefahr. Lieber die konsequente Mattführung mit König und EINER Dame üben, üben, üben.

Und hier zeige ich auch gleich, wie es am schnellsten geht: 

Für eine solche Stellung benötigt man nicht mehr als 15 Züge. Ich empfehle folgendes Vorgehen:

1. Df4 (Springerabstand zum König) - der König hat drei Möglichkeiten: Ke6, Kc5 und Kc6. Sollte er einen Zug wählen dass er die 6. Reihe betritt, geht die Dame anschließend auf die 5. Reihe (z.B. Dg5), geht er nach c5, so rückt die Dame nach e4 (wieder Springerabstand).

Gib in dieser Situation möglichst wenig Schach, und dränge den König stattdessen an den Rand. Optimal steht die Dame im Springerabstand zum König.

Wichtige Regel: Sobald der König die letzte Reihe betritt (1. oder 8. Reihe oder a- oder h-Linie), betritt die Dame nach Möglichkeit die vorletzte.

Anschließend wird der König nach c6, f6, c3 oder f3 geholt, je nachdem in welcher Ecke sich der gegnerische König befindet.

Auf seinem Weg zu seinem Ziel sucht der König immer die Opposition zum Gegner.

Schachknobler können sicher auch ein Matt in weniger Zügen finden. Aber dennoch halte ich diesen Weg für den (zeitlich) schnellsten. Das einzige, was man noch anders spielen könnte, wäre den eigenen König schon früher mal ins Zentrum zu schieben. 

1. Df4 Ke6
2. Dg5 Kd6
3. Df5 Ke7
4. Dg6 Kd7
5. Df6 Ke8
6. Dg7(!) Kd8
7. Kd3(!) Kc8
8. Kc4 Kb8
9. Kb5 Kc8
10. Kc6 und Matt im nächsten Zug.

Sieg oder Remis?

Ein/e Spieler/in gewinnt die Partie, wenn

Die Partie endet remis, wenn

Material zum Mattsetzen

Was für Figuren benötigt man, um den anderen schachmatt setzen zu können? Auf jeden Fall stehen in jeder Schachpartie die beiden Könige auf dem Brett. Aber da diese nie ein bedrohtes Feld betreten können, kann ein König niemals den gegnerischen König alleine bedrohen. Dafür braucht er seine Streitkräfte.

Wenn der König aber z.B. auf der 6. Reihe steht und den gegnerischen König an den Rand gedrängt hat (sagen wir weißer König auf f6, schwarzer König auf f8), sperrt er ihm die drei vor ihm liegenden Felder der 7. Reihe e7, f7 und g7 ab. In diesem Fall würde z.B. ein Turm oder eine Dame auf a8 den König schachmatt setzen.

Mit einem Läufer funktioniert dies allerdings nicht, selbst in der Ecke nicht. Der König kann dort höchstens patt gesetzt werden. Und auch mit einem Springer ist es nicht möglich, den Gegner matt zu setzen.

Material zum Mattsetzen wäre demnach:

Kein Material zum Mattsetzen ist daher:

Ganz einfache Endspielsituation: Ich habe König und Läufer, der Gegner hat König, Springer und Bauer.
1. Ich kann maximal ein Remis erreichen.
2. Mein Gegner kann auch noch gewinnen, denn er hat ja einen Bauern, der sich zur Dame umwandeln kann.
3. Meine einzige Aufgabe besteht nun darin, mit meinem Läufer diesen Bauern sobald wie möglich zu schlagen,
denn ich kann eh nicht mehr gewinnen, und wenn mein Gegner nur noch König und Springer hat, kann auch er nicht mehr gewinnen.
4. Mein Gegner wird versuchen, mit seinem Springer "den Blick" meines Läufers auf die Felder seines Bauern zu verstellen.
Den Springer kann er dabei im Zweifelsfall auch opfern, wenn er dafür den Bauern durchdrücken kann.
5. Es reicht ihm nicht aus, den Bauer mit seinem Springer zu decken, denn den Tausch Läufer gegen Bauer gehe ich in diesem Fall gerne ein.
6. Meine letzte Chance wäre ein "Spieß", d.h. ein Röntgen-Angriff auf den König und den dahinter stehenden Bauern oder sogar die bereits gewandelte Dame.

In dieser Stellung kann schwarz - wenn er gewinnen will - nicht b4-b3 spielen, denn der Bauer wird sofort geschlagen. Er könnte aber Sd2-c4 spielen, dann versperrt der Springer den "Blick" des Läufers nach b3. Der Läufer könnte dann mit Le6-f5 versuchen, das Wandlungsfeld b1 in den Blick zu nehmen.

Ist weiß am Zug, könnte er Le6-a2 spielen, dann hat er in jedem Fall weiterhin den Blick nach b3 (jetzt bringt Sd2-c4 nichts; und nach Kc3-b2, kann der Läufer erst mal getrost zurück nach e6).

Oder ist La2 ein Fehler? Kann Schwarz dafür sorgen, dass er nach La2 den Bauern umwandeln kann? Antwort hier.

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Auch mit einem Springer hat man durchaus gute Möglichkeiten, den Bauer der gegnerischen Partei aufzuhalten, zumal oft "Gabeldrohungen" ins Spiel kommen.

Wertung
Eine gewonnene Partie für weiß wird 1:0 gewertet, für schwarz 0:1. Geht die Partie Remis aus, heißt es 0,5:0,5. Schach wird auch in Mannschaften zu 8 Personen gespielt. Dann werden alle Einzelergebnisse der Spieler/innen addiert. Solche Paarungen können demnach 5:3, 4:4, 0:8 oder 3,4:4,5 ausgehen (oder noch einige andere Möglichkeiten, wobei die Summe immer 8 ergibt). Im ersten Fall gewann weiß den Mannschaftskampf, im zweiten Fall ging er unentschieden aus, in den beiden letzt genannten Fällen gewann ihn schwarz.

Im Jugendschach gelten - zumindest im Schachbezirk Düsseldorf und im Schachverband Niederrhein - andere Regeln: Hier werden 3 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte für ein Remis, 1 Punkt für eine Niederlage vergeben. O Punkte gibt es für Nicht-Erscheinen. Ein Mannschaftsremis einer 8er-Mannschaft heißt im Jugendspielbetrieb zumeist 16:16. Kann eine Mannschaft alle Partien gewinnen, so lautet das Ergebnis 24:8 - lautet das Ergebnis 24:0, so ist die gegnerische Mannschaft nicht angetreten.

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